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Dienstag, 1. Juni 2010Bildinterpretation
Der Ablauf einer Bildinterpretation ist schnell beschrieben:
Beschaffung der Unterlagen Geeignete Luft- oder Satellitenbilder müssen erst einmal gefunden oder angefertigt werden. Auch thematische oder topografische Karten können sinnvoll sein um sich Hintergrundwissen über die Region anzueignen. Vorinterpretation Die Vorinterpratation gliedert das Gebiet grob auf, für die Bearbeitung wichtige Bereiche können ausgewählt werden. Dabei kann hier schon die Aufmerksamkeit auf Gebiete gelegt werden, für die eine Geländeerkundung erforderlich sein wird. Gelände-Vorerkundung Für bestimmte Details kann einer Vorerkundung des Geländes erforderlich sein. Auf diesen Schritt kann oft verzichtet werden, wenn die Region bekannt ist. Detailinterpretation Kernpunkt der Arbeit ist dann die Detailinterpretation. Alle sichtbaren Objekte müssen erkanntn werden, vorhandenes Kartenmaterial muss mit den Interpretationen abgeglichen werden. Dabei ist die Auswertung von Luftbildern mit dem Stereoskop hilfreich um das Relief erkennen zu können. Geländeerkundung Im Feldvergleich können dann unsichere Ergebnisse der bisherigen Interpretation überprüft werden. Darstellung der Ergebnisse Die erkannten Objekte werden klassifiziert und kartiert. Dienstag, 1. Juni 2010Interpretationsfaktoren
Unter Interpretationsfaktoren versteht man Merkmale und Strukturen, die bei der Bildinterpretation Hinweise für die Interpretation des Bildinhaltes geben.
Eine Reihe von Einzelfaktoren tragen zum Erkennen von Objekten in Luft- und Satellitenbildern bei. Dazu zählen z.B. die Helligkeit und der Farbton, aber auch die Form und Größe von Objekten. Daneben gibts es besondere Fachbegriffe: Schattierungen entstehen durch schräge einfallendes Sonnenlicht die auch eine räumliche Wirkung hat. Texturen sind lokale Bildstrukturierungen, die für bestimmte Oberflächen typisch sind. Lineamente sind annähernd gerade Bildstrukturen, dabei sind Häufigkeit und Richtung für die Bildinterpretation wichtig um Objektinformationen abzuleiteten. Objektmuster sind räumliche Strukturen bestimmter Objekte, das klassische Beispiel ist dabei das Entwässerungsnetz, das z.B. mäandrierend oder dendritisch sein kann. Dienstag, 1. Juni 2010Spektrale Auflösung
Mit der spektralen Auflösung ist die Anzahl der Spektralkanäle eines Sensors gemeint.
So hat z.B. der bekannt Landsat TM 7 dieser Spektralkanäle. Dabei wird zwischen verschiedene Systemen unterschieden: Panchromatisch, 1 Spektralkanal, empfindlich für Licht jeder Farbe bzw. jeder Wellenlänge des sichtbaren elektromagnetischen Spektrums. Multispektral, zwischen 2 und etwa 10 Spektral-Kanälen, RGB oder CIR und andere Kombinationen. Hyperspektral, hier können bis zu 200 Spektralkanäle unterschieden werden. Dienstag, 1. Juni 2010Bildflugplanung
Um Luftbilder zu erhalten, die dann photogrammetrisch ausgewertet werden sollen, muss man eine Bildflugplanung machen. Von der Art der gewünschten Ergebnisse (Punkte, Linien, Flächen, Orthofoto) hängt auch diese Planung ab.
Zunächst einmal stellt sich dabei die Frage, ob Einbild, Stereobild oder Mehrbild benötigt wird. Soll ein Orthofoto erstellt werden und das Gelände hat starkes Relief, muss auch noch ein Geländemodell herangezogen (und evt. erstellt) werden. Eine grundsätzliche Entscheidung ist ob die Aufnahme als Luftbild oder von einem Satellit gemacht werden soll. Das hängt vor allem vom Maßstab ab. Mit steigendem Maßstab sinkt auch der Informationsgehalt pro abgebildeter Fläche. Eine Formel von Otto von Gruber drückt da so aus: mb = k1 *mk ^ k2. Dabei sind k1 und k2 Konstanten die z.B. davon abhängen ob Einzelbild oder Stereoauswertung gemacht werden sollen. Das übliche Normalobjektiv bei einer Reihenmesskammer hat eine Brennweite von 300 mm, meist wird eher eine Teleobjektiv verwendet, da die projektive Verzerrung bei einem Weitwinkel viel stärker ist. Dafür ist aber der abgebildete Bereich kleiner. Am geringsten fällt die Verzerrung bei einem Satellitenbild aus, dafür sind hier aber meist extreme Neigungswinkel zu akzeptieren. Auch die Frage des Films richtet sich nach dem Einsatzzweck: Panchromatisch, Infrarot, Farbfilm oder CIR (Coloured Infra Red)? Für kurzwelliges (blau, UV) Licht sind alle Filme empfindlich, hier müssen evt. Filter (wie bei gelben Sonnenbrillen) verwendet werden. Dann ist auch auszuwählen welche Zusatzinstrumente für den Bildflug erforderlich sind um die Aufnahme zu steuern: Ein Überdeckungsregler oder GPS, oder doch ein Navigationsteleskop um in Sichtnavigation die Zielpunkte anzupeilen? Da die Kameras eine Bildfolgezeit von 1,5 bis 2 sek mindestens haben darf nicht zu schnell geflogen werden (ca. 200 km/h). Bei starkem Relief ist auch höhenbegleitend zu fliegen, das muss von Pilot und Operator beherrscht werden. Zur Bestimmung der äußeren Orientierung ein Horizontalkammer mit Panorama-Aufname vorn/seitlich kann in bestimmten Gelände erforderlich sein. Barometrische Höhenmessung mit dem Statoskop zur relativen Höhenmessung. Ein Kreiselachsenkompass zur Messung des Kappa oder doch gleich eine Doppler-Radar-Anlage? Und müssen für die Aufnahmetechnik ein INS mit Trägheitssensoren installiert sein? Bei der eigentlichen Planung ist besonders auf den gefährlichen Zylinder zu achten. Mehrere Messpunkte dürfen für stereomtrische Auswertungen nicht auf einem Zylinder mit der Aufnahmeposition liegen. Moderne Lösungen können das planen genau wie die automatische Auslösung und die Speicherung der Koordinaten der Projektionszentren. Die Befliegungszeit muss passend gewählt werden: Ideal ist wolkenfreier Himmel oder ein Bildflug unter Wolken, am besten mit einer dünnen hoch liegenden Wolkenschicht. Auch der Sonnenstand muss beachtet werden, ab 30° Sonnenwinkel kanns losgehen. Werden Trassen beflogen, müssen diese Trassen zu Geraden zusammengesetzt werden. Flächen werden üblicherweise in Ost-West-Streifen abgeflogen. Die Stereomodellfläche ergibt sich aus dem Stereobereich zweier Bilder. Mit der Stereoneufläche kann die Anzahl der Bilder überprüft werden. |
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