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Dienstag, 16. Juni 2009Multivariate Karten
Die multivariaten oder bivariaten Choroplethenkarten sind wegen ihrer Komplexität aus den Schulatlanten mittlerweile schon herausgenommen worden. Sie stellen mehrere Variablen gleichzeitig als Flächenmosaik dar.
Dabei wir die Legende als Matrix abgebildet und die Skala wird dann als Sättigung auf der einen und verschiedene Farbtöne auf der anderen Achse dargestellt. Der Nachteil dabei: Für metrisch skalierte Daten muss zwangsweise auf unterschiedliche Farbtöne zurückgegriffen werden. Mit eine bivariaten Karte kann man beispielsweise die Verteilung der Bevölkerung in einem Gebiet darstellen. Dichte, Verteilung und absolute Menge sind dann direkt ablesbar. Eine Alternative wären Punktstreuungskarten oder Werteinheitssignaturen. Dienstag, 9. Juni 2009Zähleinheiten
Innerhalb eine Zähleinheit sollten die Werte nicht zu stark variieren, da die Angabe sonst nicht mehr aussagekräftig für die Zähleinheit ist. Es wird zwar nie der Durchschnittswert für alle Stellen innhalb der Zähleinheit gelten, aber dieser Durchschnittswert sollte schon für diese Zähleinheit typisch sein.
Die Zähleinheiten sollten schon so groß sein, dass man die Klassensignatur auch noch erkennen kann. Dabei ist die Maximalgröße durch den vorhandenen Platz begrenzt. Möglicherweise ist es erforderlich, eine Aggregation durchzuführen, also Bezirke zusammenzufassen. Dabei muss man prüfen, ob die Art der Daten die zulässt, Berlin und Brandenburg dürfte man z. B. nie zusammenfassen. Auf einer dasymetrischen Karte dagegen wurde disaggregiert. die Flächen werden mit geografischer Kompetenz um die unbewohnten Fläche (Anökumene) reduziert um die tatsächlichen Verhältnisse besser wiederzugeben. Für verschiedene Landnutzungen gibts es außerdem Korrektur-Koeffizienten. So lassen sich Landnutzungen den Choroplethen überlagern und Fehlinformationen vermeiden. Für ein Dichtemosaik sind Hexagone perfekt da die Mittelpunkte hier immer gleich weit von einander entfernt sind. ArcGIS kann mit regular shapes diese Struktur über Karten legen. Dienstag, 9. Juni 2009Choroplethenkarte
Die Choroplethenkarte ist eine flächenbezogene und oberflächenbestimmende Darstellungsweise für eine thematische Karte. Die plattdeutsch "enumeration map" genannte Flächenmosaikkarte kann neben bunten Flächen die Auskunft über den zu erwartenden Wert gibt auch Figuren, Diagramme, Mengenpunkte beinhalten.
Dabei werden die Flächen nicht durch Isolinien, sondern durch administrative Grenzen oder geometrische Zähleinheiten gebildet, also eine künstliche Zähleinheit wie Bezirke, Quadrate oder Hexagone. Wichtig ist dabei, dass es sich nicht um echte Flächen handelt, also z.B. Wald oder die Fläche eines Sees, wo jeder Punkt der Fläche auch für die Angabe zutrifft, für die er steht. Für die Choroplethenkarte werden unechte Flächen verwendet, da ein Durchschnittwert gebildet werden muss, der sich auf die Fläche bezieht. Typisches Beispiel ist hier die Anzahl der Einwohner pro km² innerhalb einer administrativen Grenze oder die Anzahl der Pflanzen pro Zelle in einem Gitter auf einer Anbaufläche. Für die Erstellung einer Choroplethenkarte sind daher diese Arbeitsschritte erforderlich: * Datenerhebung für die statistischen Zähleinheiten * Klassifikation durchführen * Flächensignatur entwerfen * Legende erstellen * Basiskarte auswählen, auf der die benötigten Details erkennbar sind, damit der Betrachter sich orientieren kann, hier vor allem die administrativen Grenzen Die Zähldaten sind Absolutwerte für die statistischen Zähleinheiten, es können auch Quoten oder Mittelwerte sein. Absolutwerte sind jedoch in Choroplethenkarten verboten! Die Summe würde sich mit der Flächengröße erhöhen und so den Kartenleser täuschen. Eine Ausnahme kann hier für gleich große Zähleinheiten gelten, da hier auch durch die gleich großen Flächen die Quotenbildung implizit erfolgt. An die Choroplethenkarte sind somit drei Bedingungen zu stellen und zu prüfen: 1. Statistischen Zähleinheit? 2. Flächenbezogene Daten? 3. Keine echten Flächen? Anamorphosen sind übrigens keine Choroplethenkarten sondern Kartogramme, also kartenähnliche Darstellungen, die einen bestimmten Zusammenhang deutlich machen sollen und dafür bewusst das Kartenbild verzerren. Dienstag, 2. Juni 2009Klassentypen
Für die Klassenbildung gibt es verschiedene Ansätze. Egal welche Methode verwendet wird, sind die Obergrenzen für unterscheidbare Klassen nicht beliebig. Auf monochromatischen Karten lassen sich maximal 9 Klassen unterscheiden, auf Farbmosaikkarten maximal 12 nominale Daten. Ein bipolarer Verlauf sollte mit maximal 10 Klassen auskommen.
Äquidistante Klassen Bei diesem Klassenbildungsverfahren sind alle Klassen gleich breit. Es ergeben sich gleichmäßige Klassen mit dem Risiko der leeren Klassen. Hier droht Informationsverlust, insbesondere wenn dann auch noch offene Klassen verwendet werden! Mathematische Progression Bei diesem Klassentyp nimmt die Klassenbreite additiv (arithmetisch) oder multiplikativ (geometrisch) zu um einen Betrag. Damit lassen sich schiefe Verteilungen wie L-Verteilung oder J-Verteilung darstellen. Sinngruppen Für Sinngruppen wird die mathematische Verteilung vernachlässigt und nur auf sachlogische Hintergründe abgezielt, wie z. B. Klein-, Mittel- und Großstädte. Dabei ergeben sich dann durchaus mehrgipflige Verteilungen. Natural Break Diese Verfahren bildet natürliche Klassen. Mathematisch betrachtet liegen die Klassengrenzen bei den lokalen Minima der Häufigkeitsverteilung. Anschaulich kann man sagen, dass geguckt wird, wo Häufungen und Lücken in der Verteilung auftreten, die Lücken werden dann als Klassengrenze gesetzt. Dabei ergeben sich leicht polymodale Verteilungen mit dem Risiko der schwer interpretierbaren Klassengrenzen und stark unteschiedliche Klassenbreiten mit mehr Nachkommastellen als Meßgenauigkeit. Quantile Die Klassen bekommen bei diesem Verfahren jeweils das gleiche Quantum an geografischen Objekten zugewiesen um ein ausgewogenes Kartenbild zu erreichen. Dabei sind alle Verteilungen möglich und Klassengrenzen können auf Maximalwerte fallen. Die Quantilmethode kann zwar als Grundlage für eigene Ideen zur Klassenbildung dienen ist aber an sich sehr problembehaftet, lässt sich aber über den Median in einem Programm sehr einfach anwenden. |
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